Smart Grids

Das intelligente Stromnetz – wie kann man es umsetzen?

Smart Grid – die Intelligenz muss ins Netz

Challenges Die Energiestrategie 2050 des Bundesrates und die damit einhergehende Energiewende haben wesentliche Auswirkungen auf die Verteilnetze. Die Konzentration auf erneuerbare Energien wie Wind und Sonne führt zu einer vermehrt dezentralen Einspeisung der elektrischen Energie. Dies erfordert eine Anpassung der Stromnetze, die vom konventionellen Ausbau bis zur intelligenten Steuerung der Verteilnetze reicht (Smart Grids).

Matthias Mehl

Matthias Mehl

Ebenfalls eine Folge der Energiestrategie des Bundes ist die Forderung nach einer höheren Energieeffizienz. Dazu muss auch der Verbraucher aktiv werden und beispielsweise effizientere Geräte einsetzen. Neben dem Smart Grid wirkt hier auch eine intelligente Steuerung in den eigenen vier Wänden (Smart Home) unterstützend. Damit der Verbraucher selbst eingreifen kann, muss er jedoch Informationen über seinen eigenen Stromverbrauch und sein Nutzungsprofil haben. Smart Meter, die neue Generation von Zählern,  sind ein mögliches Hilfsmittel.


Rollenwechsel der Kunden

So entwickelt sich der Endkunde vom Abnehmer zu einem Produzenten elektrischer Energie – in diesem Umfang ist das neu. Als «Prosumer» – Konsument und Produzent von Strom zur gleichen Zeit – nimmt der Endverbraucher jetzt aktiv am Energiemarkt teil und wird einen Teil der noch zu entwickelnden Smart Markets bilden.

Auch der Verbraucher muss aktiv werden und beispielsweise effizientere Geräte einsetzen.

Hier geht es im Wesentlichen darum, die Nachfrage dem Angebot anzupassen – und nicht umgekehrt, wie bisher. Dies geschieht über neue Tarifmodelle, aber auch über eine Förderung des Eigenverbrauchs: Wird die bereitgestellte elektrische Energie zu einem Teil bereits am Ort der Produktion verbraucht, fällt die Netzbelastung geringer aus. Dieser Ansatz kann noch besser genutzt werden, sobald ausreichend wirtschaftliche lokale Energiespeicher verfügbar sind.

Zusätzlich zur Unterstützung des Eigenverbrauchs können Energiespeicher zusammen mit weiteren steuerbaren Lasten wie Elektroboilern oder Wärmepumpen das Netz stabil halten, indem Angebotsspitzen oder -lücken leichter ausgeglichen werden können. Mit herkömmlichen Rundsteueranlagen (RSA) ist dies schon heute möglich.

Eine Vielzahl von  kleinen Lasten zu  steuern ist jedoch sehr  anspruchsvoll.

Eine Vielzahl von kleinen Lasten zu steuern, ist jedoch sehr  anspruchsvoll, besonders wenn dies in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern, wie etwa Meteodaten, Netzkapazität und aktuellen Energiepreisen geschehen soll. Hier hat die BKW die Software «smartRSA» entwickelt, mit denen Lasten beispielsweise in Abhängigkeit von den aktuellen Energiepreisen gesteuert werden können. Das führt dazu, dass Strom dann genutzt wird, wenn das Angebot hoch und die Preise tief sind. Die Energiebranche ist daran, zur Umsetzung  weiterer Ansätze zur Förderung der Energieeffizienz neue Tarifmodelle zu entwickeln. Diskutiert wird beispielsweise, die Anschlussleistung für die Netznutzung zu berücksichtigen, analog zu den Flatrates in der Telekomindustrie.