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Der Bedarf von Ingenieuren in der Energiebranche liegt bei mindestens 150 pro Jahr.

Studiengang Energie und Umwelttechnik: Bereit für die Energiewende

Ausbildung Bundesrat und Parlament haben im Jahr 2011 unter dem Titel «Energiestrategie 2050» einen Grundsatzentscheid für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie gefällt. Um diesen umzusetzen, braucht es Fachleute, die die alternativen Energien vorantreiben.

Gerold Brütsch-Prévôt

Gerold Brütsch-Prévôt

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Studiengang Energie- und Umwelttechnik
Infoveranstaltung: 5. März 2016

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Kontakt:
Sekretariat Bachelorstudium Winterthur
ZHAW School of Engineering
Technikumstrasse 9
8401 Winterthur
info-sg.engineering@zhaw.ch

Die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien eröffnet Wachstumsmärkte und ist für den Werkplatz Schweiz eine grosse Chance. Immer wieder weist die UVEK-Vorsteherin Doris Leuthard darauf hin und unterstreicht die Bedeutung gut ausgebildeter Fachleute für die Realisierung der Energiestrategie 2050 des Bundesrats.

800 neue Arbeitsplätze in der Energiebranche

So sieht es auch Prof. Dr. Joachim Borth, Leiter des Studienganges Energie- und Umwelttechnik an der ZHAW School of Engineering in Winterthur. «Die Energiewende wird nur dann zum Erfolg, wenn in Zukunft Ingenieurinnen und Ingenieure zur Verfügung stehen, die energieeffiziente Systeme entwickeln und den Einsatz regenerativer Energien vorantreiben.

Unserer Einschätzung nach entstehen jährlich 800 neue Arbeitsplätze allein im Bereich erneuerbare Energien. Dies ergibt einen Bedarf von mindestens 150 Ingenieurinnen und Ingenieuren pro Jahr. Dazu kommen weitere Ingenieursarbeitsplätze in der übrigen Energiebranche.» Die Fachleute würden vor allem in Energieversorgungsunternehmen benötigt, um die immer komplexeren Energieversorgungssysteme zu entwickeln, zu bauen und auch zu betreiben. Aber auch Banken und Versicherungen benötigten Fachleute, um die Investitionen im Bereich der Energieversorgung zu beurteilen und abzusichern.

Interdisziplinärer Studiengang

Im Unterschied zu den klassischen Studienangeboten wie Maschinentechnik und Elektrotechnik ist der Studiengang an der School of Engineering der ZHAW in Winterthur auf die thermische und elektrische Energietechnik, auf Energieeffizienz, auf erneuerbare Energien und auf die nachhaltige Entwicklung fokussiert. Nach den beiden ersten Studienjahren können sich die Studierenden auf einen der drei Schwerpunkte ‘Elektrische erneuerbare Energien’, ‘Thermische Erneuerbare Energien’ oder ‘Umwelt und Nachhaltigkeit’ spezialisieren.

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Dass sich Ingenieurinnen und Ingenieure anderer Fachrichtungen im Bereich erneuerbare Energie selber ausbilden, häufig «on the job», genügt heute den Anforderungen nicht mehr. Die schnelle Entwicklung in der Energieversorgung und auch die zunehmende Komplexität, kann nur von Verantwortlichen mit der entsprechend umfassenden Ausbildung wahrgenommen werden. «Die Nachfrage nach einem massgeschneiderten Ausbildungsangebot nahm stetig zu, deshalb haben wir diesen Studiengang entwickelt», sagt Joachim Borth.

Der Markt wartet auf Fachleute

Nachdem nun die ersten Studierenden im Sommer letzten Jahres ihr Studium abgeschlossen haben, kann nun verfolgt werden, wie die Fachleute vom Markt aufgenommen wurden. Die Absolventen sind vorbereitet auf leitende Positionen in der Industrie und in Dienstleistungsunternehmen. Sie planen Photovoltaikanlagen, leiten den Anlagenbau, entwerfen effiziente thermische Prozesse, gestalten die elektrische Energieverteilung intelligenter Prozesse und Verfahren bezüglich Nachhaltigkeit sowie Wirtschaftlichkeit. Andere haben ein Engagement bei Behörden, um neue Anlagen zu beaufsichtigen oder zu bewilligen.

Schneller zu erneuerbaren Energien wechseln

Fachleute für den Markt auszubilden, ist das eine. Allerdings müsse auch die Umsetzungsgeschwindigkeit der Massnahmen beschleunigt werden, um die Ziele der Energiestrategie 2050 des Bundes zu erfüllen, sagt Joachim Borth. «Wenn wir wirklich einen substanziellen Beitrag gegen den Klimawandel leisten wollen, müssen wir schneller zu erneuerbaren Energien wechseln und Massnahmen zur Energieeffizienz konsequenter verfolgen. Solange insbesondere die elektrische Energie so billig ist, besteht kein Anreiz zum Wandel.

erneuerbare Energie

Solche Anreize könnten beispielsweise mit Lenkungsabgaben beim Stromverbrauch geschaffen werden. Auch das Festhalten an alten Kernenergieanlagen bremst den Umbau hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Ausserdem werden die atomaren Abfallmengen immer grösser, deren Lagerung und Kosten hierfür immer noch unklar sind. Die Finanzierung von Photovoltaikanlagen hingegen wird immer günstiger. Ausserdem fallen bei diesen Anlagen gegen 60 Prozent der Arbeitskosten in der Schweiz an, das wiederum schafft neue Arbeitsplätze.»