Gebäudesanierung

Nicht nur die Energiequelle, auch der Energieverbrauch der Häuser muss nachhaltiger werden.

Erneuerbare Energien – noch nicht am Ziel

Umwelt Die Schweiz ist im Bereich erneuerbarer Energien international gut aufgestellt. Ausgeschöpft ist das Potenzial derweil noch lange nicht.

Matthias Mehl

Matthias Mehl

Wasserkraft, Sonne, Wind oder Biomasse – an erneuerbaren Energiequellen mangelt es der Schweiz nicht. Während hierzulande zumindest der grösste Teil des Potenzials an Wasserkraft ausgeschöpft ist, besteht in den anderen Bereichen noch Luft nach oben. «Heute stammen gut 76 Prozent unseres Energieverbrauchs aus Energieträgern aus dem Ausland», erklärt Andrea Paoli, Leiter der Abteilung Energie des Departements für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau. Dabei würden die fossilen Brenn- und Treibstoffe wie Öl, Gas und Benzin den grössten Teil ausmachen. Bei der restlichen Energieerzeugung im eigenen Land seien derweil die Wasserkraft mit rund 14 sowie das Holz mit gut vier Prozent am bedeutendsten. Die feuchte Biomasse liege bei rund 0,3 Prozent.


Wo ansetzen?

In welchen Bereichen ist in Sachen erneuerbare Energien also noch Steigerung möglich? «Bei der Wärme, also bei der umweltfreundlichen Beheizung der Gebäude, sind wir auf gutem Weg», sagt Paoli. Bereits heute würden beispielsweise rund 80 Prozent aller Neubauten Umweltwärme über Wärmepumpen als Energieträger nutzen. Das grösste Potenzial biete allerdings die Erneuerung bestehender Gebäude. Eine einfache Möglichkeit zur Verbesserung der Energiebilanz von Gebäuden ist die Verbesserung der Dämmwirkung. Das Schweizer Unternehmen FIX IT etwa bietet in diesem Bereich verschiedene Produkte an, wie etwa Aerogel Hochleistungsdämmputz-Lösungen. Dabei handelt es sich um ökologischen, wohnbaubiologischen Hochleistungsdämmputz für den Innen- und geschützten Aussenbereich. Als Untergründe sind Backstein, Kalksandstein, Naturstein, Bruchsteinmauerwerke sowie rauh geschalter Beton geeignet. Ohne dass einschneidende Veränderung an der Bausubstanz nötig werden, wird so die Dämmwirkung eines Gebäudes markant gesteigert.

Die Schweiz muss den internationalen Vergleich im Umgang mit erneuerbaren Energien keineswegs fürchten. «Wir haben im Vergleich zu anderen Ländern einen guten Strom-Mix weil rund 58 Prozent des Elektrizitätsbedarfs aus der Wasserkraft stammen», sagt Andrea Paoli. Im Hintertreffen befände man sich bei der Stromproduktion aus Wind, Sonne und Biomasse. Dort belege die Schweiz den zweitletzten Rang innerhalb der 28 europäischen Länder.

Wie man sich im Bereich der Biomasse verbessern kann, zeigt der Kanton Thurgau. «Wir haben eine Studie zur feuchten Biomasse im Kanton erstellen lassen», erklärt Paoli. Mit diesen Grundlagen könne die Regierung ihre Strategie entwickeln und konkrete Massnahmen vorschlagen. Man fördere aber nicht bloss Biogasanlagen zur Stromerzeugung mit Beiträgen, sondern erweitere auch das Beratungsangebot zur Projektentwicklung und forciere die separate Grüngutsammlung in den Gemeinden. Dies alles stets mit der Absicht, den CO2-Ausstoss sowie die Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren und dabei gleichzeitig Wertschöpfung im eigenen Land zu schaffen.