Energieverbrauch

Den Energieverbrauch verringern

Bauen Wer heute einen Hausbau plant, kommt um das Thema «Energieeffizientes Bauen» nicht herum. Mit dem Minergie- und dem Plusenergiestandard liegen den Bauherren gleich mehrere Möglichkeiten vor.

Matthias Mehl

Matthias Mehl

Die energietechnischen Anforderungen an Neubauten sind heute nicht mehr mit früher zu vergleichen. Die Zeiten, in denen z.B. für den Heiz- und Warmwasserbedarf bei jedem einzelnen Einfamilienhaus Heizöl in rauen Mengen verfeuert wurde, sind vorbei. Heute ist alles auf Energiesparen und Energieeffizienz ausgelegt. Mehr noch: Die Konferenz kantonaler Energiedirektoren liess bereits vor zwei Jahren verlauten, dass  sich «neue Gebäude ab dem Jahr 2020 ganzjährig möglichst selbst mit Energie versorgen sollen» und steckte somit ein Ziel, das auch die EU für ihre Mitgliedländer mit der Richtlinie «über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden» anstrebt.

Sowohl in der Politik als auch in der Praxis fristet das «energiebewusste Bauen» in der Schweiz kein Stiefmütterchen-Dasein mehr. Schlagworte wie Minergie- oder Plusenergiehäuser machen die Runde und gehören mittlerweile zum (Bau-) Alltag. Doch was genau steckt hinter diesen Begriffen? Was ist was und worin unterscheiden sie sich? Und welchen Einfluss haben Sie auf den Energieverbrauch?


Eine Frage der Details

Die Unterschiede liegen im Detail. Dies bestätigt auch Werner Setz, Geschäftsleiter von Setz Architektur in Rupperswil. «Während die Minergie-Variante nur den Energieverbrauch für Heizung, Warmwasser und Lüftung misst, kommt bei Plusenergie noch der Bedarf für den Haushaltsstrom hinzu.» Zudem müsse bei einem Plusenergiehaus – das zwingend den Bau einer Photovoltaikanlage mit sich ziehe – die Jahresenergiebilanz positiv sein.

Für Setz bieten aber beide Möglichkeiten überzeugende Vorteile. «Mit einem Plusenergiehaus erreicht man zumindest teilweise eine Energieunabhängigkeit», sagt er. Mit der kommenden Energiespeichertechnik könne diese Unabhängigkeit stets erhöht werden, bis das Haus schliesslich energieautonom sein sein könne. Zudem helfe jedes einzelne Plusenergiehaus mit, die politisch angestrebte Energiewende zu erreichen. Die Minergie-Variante könne derweil mit dem Vorteil trumpfen, dass sie im Vergleich zur Plusenergie ein offizieller, politisch anerkannter Standard sei und so je nach Kanton Subventionen und  bessere Ausnützungs- und Überbauungsziffern generiere.

Wichtig ist für Setz, dass die beiden Varianten nicht gegeneinander ausgespielt werden sondern vielmehr miteinander funktionieren. «Beide Standards haben ohne Zweifel ihre Berechtigung und beide Standards führen auf ihre jeweilige Weise auf den richtigen Weg in eine energiebewusste Zukunft.»